Creed – Herbert, James

Book Preview

Das erste was man über Joseph Creed wissen sollte, ist, daß er ein erstklassiger Schwächling ist, vielleicht sogar ein großartiger Schwächling, wenn man seinen Beruf bedenkt. Das zweite ist, daß er unser Held ist. (Zufällig ist er das letztere nicht wahlweise –

es ist jedenfalls nicht seine Wahl. Man kann sagen, daß die Umstände und seine schändliche Natur sich verschworen haben, ihn dazu zu machen.) Sein Beruf ? Er greift offen in die Tasche der Reichen und Berühmten, oder derjenigen, die man zwanglos in die Kategorie der Berühmten einordnen kann. Im Idealfall sind diese Griffe von der Art, die das Subjekt – oder Opfer –

lieber nicht veröffentlicht haben würde (natürlich, je weniger die Veröffentlichung gewünscht wird, desto höher ist der Wert auf dem Medienmarkt). Creed ist also ein Paparazzo ( ein Aasgeier von einem Fotografen würden manche sagen). Paparazzi ist der Plural, oder

“Reptilien”, wie ihre Opfer sie nennen würden. Es gibt andere Beschreibungen : Parasiten, Blutegel, Geier. Abschaum ist sehr populär. Aber damit wir nicht zu hart zu ihnen als Gattung sind, sollte am Anfang gesagt werden, daß es unter den Paparazzi ausgesprochen nette

Mitglieder dieser Gattung gibt, manche benehmen sich sogar zuzeiten wie Gentlemen, und ja sogar solche, die vertrauenswürdig sind. Unglücklicherweise gehört Creed jedoch nicht zu ihnen. Manchmal – nein oft – weicht ihm sogar seine eigene Gattung aus, seine Kollegen die Fotografen, Greifer, Schmierer, Affen ( obwohl man sagen muß, daß Neid dabei eine Rolle spielt, da Creed die beunruhigende Fähigkeit besaß, das fast Unmögliche auf Film festzuhalten, die Unangreifbaren zu greifen). Die fanden seine Methoden verachtenswert.


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